Bienen halten ist nicht easy

Bienen halten liegt im Trend. Aber wer sich Bienen in den Garten stellt, übernimmt Verantwortung – und zwar für 30.000 und mehr Lebewesen. Das geht nicht ohne Ernsthaftigkeit, nicht ohne Wissen und auch nicht ohne Mühe. Darauf weist aus aktuellem Grund der deutsche Imkerfachverband D.I.B. (Deutscher Imkerbund) hin.

Bienenhaltung liegt im Trend, lebt aber von Verantwortung und Wissen.

„Jeder der Bienen helfen möchte, muss nicht zwangsläufig imkern. Aber jeder, der sich dafür entscheidet, muss sich an klare gesetzliche Regeln und die gute fachliche Praxis halten und ist herzlich willkommen. Wir als Dachverband bieten zusammen mit unseren Mitgliedsverbänden und deren Ortsvereinen die erforderliche Unterstützung – bundesweit”, betont Torsten Ellmann, Präsident des Deutschen Imkerbundes e.V. (D.I.B.).

Was gehört also dazu, wenn ich Bienen halten möchte?

1. Das Halten von Bienen muss dem Veterinäramt gemeldet werden.

Das ist gesetzliche Pflicht, genauso wie beim halten von Hunden, Hühnern oder Pferden. Der Grund: Wenn Seuchen nahen (Vogelgrippe, Amerikanische Faulbrut etc.), muss das Veterinäramt schnell und direkt handeln können und wissen, wer ansprechbar ist. >> Anmeldeformular

2. Um Bienenvölker gesund und naturgerecht halten zu können, braucht es Fachkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Diese Kenntnisse kann man als Laie erwerben. Dafür gibt es Schulungen, Kurse und Imkerpaten. In unserem Imkerverein kümmert sich eine Whatsapp-Gruppe und ein Stammtisch extra um Neuanfänger >> Neuimker-Leitfaden.

Warum sind die Kenntnisse wichtig? In unserer aufgeräumten und teils ausgeräumten Kulturlandschaft können Bienenvölker heute nicht dauerhaft ohne die Fürsorge des Imkers überleben. Diese Fürsorge muss aber verantwortlich und wissend geschehen.

3. Wer verantwortlich Bienen hält, informiert sich ständig über die laufende Entwicklung von Krankheiten.

Wenn das Bienenvolk z.B. mit der Amerikanischen Faulbrut befallen ist, hilft nur noch der Tod des gesamten Volks.

4. Bevor jemand sich eine Behausung für Bienenvölker anschafft, die verspricht, dass alles ganz leicht ist, sollte man das Gespräch mit einem erfahrenen Imker suchen.

Vorteil: Man geht keinen Imkerfängern auf den Leim, die mit Lockangeboten schnelles Geld machen wollen.

5. Man darf in Deutschland Bienen halten, ohne dass man einem Verein angehört. Wir empfehlen dennoch die Mitgliedschaft im Verein.

Vorteil: Durch den Vereinsbeitrag wird eine Versicherung für den Bienenhalter abgeschlossen. Es fließen Informationen – und man hat jederzeit Menschen, die zum Helfen bereit sind. >> Anmeldeformular

Was sind die Alternativen?

  • Wer sich für die Bienenhaltung interessiert, kann auch einfach als Helfer bei einem Imker mitgehen. Vorteil: Man kann in Ruhe entscheiden, ob man sich selber die Mühe mit den Bienen machen möchte.
  • Wer bei sich im Garten ein Bienenvolk stehen haben möchte, kann den Stellplatz beim Imkerverein anbieten. Vorteil: Man hat die Bienen im Garten, kann die Versorgung aber dem Imker überlassen.
  • Wer etwas für die Bienen tun möchte, kann für Pflanzen sorgen, die Bienen mögen. Das kann ein Garten sein oder einfach ein Balkonkasten. Vorteil: Man kann die Bienen sorglos beobachten.
  • Wer etwas für die Natur tun möchte, sollte sich um Wildbienen sorgen. Die brauchen die Fürsorge des Menschen manchmal noch dringender als die Honigbienen. Vorteil: Es ist ein tolles Erlebnis zu sehen, wie das selbstgebaute Insektenhotel langsam bevölkert wird.

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1 Kommentar

  1. Jens Damaske

    Sehr gut geschrieben, bringt alles auf dem Punkt.

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