… macht für das Pfund Honig 39,00 Euro. Nein, das ist keine Inflation, auch kein Traum eines Imkers, sondern der neue „Michel-Honig“. Der Hamburger Imker David Hohmann hat seit August des vergangenen Jahres Bienen auf dem Turm der Hauptkirche stehen. Jetzt wurde geerntet.

Erster Honig vom Turm des Hamburger Michel © P. Vette/St. Michaelis

Erster Honig vom Turm des Hamburger Michel © P. Vette/St. Michaelis

Etwa 15 Kilogramm Honig ist der Ertrag dieses Sommers. Sie wurden in 50-Gramm-Gläser abgefüllt, um sie dann im Michel-Shop in der Turmhalle zu verkaufen. Allerdings gibt es für jeden nur maximal drei Gläser, damit möglichst viele den „Michel-Honig“ probieren können.

„Wir haben gelernt, dass Bienen in der Stadt inzwischen eine größere Auswahl an Blüten finden als auf dem Lande“, sagt Hauptpastor Alexander Röder. Die Bienen hätten offensichtlich genug Nektar in der Umgebung gefunden, „um uns mit köstlichem Honig zu beschenken“. Ob der allerdings seinen Preis gegenüber dem üblichen Imkerhonig vom Markt oder Erzeuger wert ist, muss wohl jeder selber feststellen.

Dass sich ein Hamburger Hauptpastor den Bienen widmet, hat übrigens eine gute Tradition. Es war wohl Hermann Christian Hornbostel (1695-1757), Hauptpastor an St. Nicolai, vorbehalten, durch seine Bienenkunde festzustellen, dass die Bienen das Wachs für ihre Waben nicht aus den Blütenpollen produzieren, wie man damals meinte, sondern aus speziellen Drüsen an ihrem Hinterleib (1).

Quellen:

(1) vgl. den Aufsatz „… wie das Wachs von den Bienen kommt“ in: Abraham Gotthelf Kästner, Sammlung einiger die Bienenzucht … betreffenden Aufsätze und Nachrichten, Gotha und Göttingen 1766, Seife 317 ff.