Autor: Iver Jackewitz (Seite 1 von 18)

Finanzminister will imkern

Unser aktueller Finanzminister Christian Lindner erzählt beim Bürgergespräch, dass er jetzt unter die Imker gehen will.

Ein Haufen voller Bienen.
Ein Haufen voller Bienen – Lizenz des Bildes CC0

Die Bildzeitung berichtet [1]: “Christian Lindner will Imker werden”. Hobby-Imker wohlgemerkt; Finanzminister will er wohl schon noch bleiben. Hoffen wir, dass diese Aussage bei einem Bürgergespräch in Hannover mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland [2] nicht nur ein wahltaktisches Manöver bzgl. der Landtagswahl in Niedersachsen ist, sondern ernst gemeint war.

In diesem Fall sei Herr Lindner und alle angehenden Imker zu unserem Honigmarkt 2022 eingeladen. Dort können Sie nicht nur dieses äußerst klebrige, sondern auch verdammt leckere und fazinierende Hobby kennenlernen. Und im Bienenmuseum dann auch gleich noch viel über unsere Honig- und Wildbienen erfahren.

Gestapelte Honiggläser mit unterschiedlichem Honig.
Honig – Lizenz des Bildes: CC0

Wir freuen uns, Sie und Herrn Lindner auf unserem Honigmarkt 2022 begegnen zu dürfen.

Quelle:

  1. https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/christian-lindner-will-imker-werden-minister-macht-schwarz-gelb-zum-hobby-81348176.bild.html, 17.09.2022 – 12:16 Uhr, besucht am 17.09.2022
  2. https://www.rnd.de/politik/christian-lindner-im-live-talk-der-finanzminister-bei-rnd-vor-ort-ueber-seine-rennfahrerlizenz-63HLGLF6FVEIRK3GHD3M2M3IOU.html, 16.09.2022, 10:38 Uhr, besucht am 17.09.2022

Wanted: Asiatische Hornisse

Asiatische Hornisse auch in Norddeutschland nachgewiesen – Hinweise zum Umgang mit dieser gebietsfremden, invasiven Art.

Asiatische Hornisse – Foto: © Francis Ithurburu (CC BY-SA 3.0)

Die Europäische Kommission hat die Asiatische Hornisse als gefährlich für die Imkerei und sogar für ganze Ökosysteme eingeschätzt und sie 2014 auf die Liste der invasiven Arten gesetzt. Da sie in Deutschland noch nicht weit verbreitet ist, befindet sich die Invasion noch in einer frühen Phase. Aktuelles Ziel ist, sie vollständig und dauerhaft von Experten beseitigen zu lassen (vgl. [1]).

Vergleich der heimischen Europäischen Hornisse (links) mit der invasiven Asiatischen Hornisse (rechts).
Bild: © Dr. Otto Boecking | LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Wenn Sie eine Asiatische Hornisse (siehe Foto oben bzw. auf der Zeichnung rechts) sehen, melden Sie dieses bitte zeitnah

Wichtig bei einer Meldung ist das Funddatum, der genaue Fundort und möglichst ein Foto oder Video.

Aber: keine Panik! Ganz so gefährlich scheint sie doch nicht zu sein. Denn obwohl die Asiatische Hornisse schon 2004 in Frankreich nachgewiesen wurde, gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass sie zu Problemen in unseren Ökosystemen führen kann (siehe [1]).

“Honigbienen sind zwar für die Asiatische Hornisse oft der wichtigste Bestandteil ihres Nahrungsspektrums. Sie erjagt sie aber auch nicht ausschließlich. Eine Zerstörung ganzer Honigbienenvölker findet nicht statt, es sei denn, es handelt sich um vorgeschwächte Völker. Allein die hiesigen Witterungsbedingungen verhindern, dass die Asiatischen Hornissen vergleichbar große Nester anlegen können, wie dies in ihrer Heimat der Fall ist. Darum sind Sorgen der Imker unbegründet. Ob es durch diese fernöstliche Art zu Problemen in hiesigen Ökosystemen kommen kann, ist nicht bekannt. […] Von daher ergibt sich derzeit kein Grund zur Beunruhigung oder gar für falsch verstandenen Aktionismus” (siehe [1]).

Sagen Sie aber trotzdem bescheid, wenn Sie die Asiatische Hornisse sehen!!

Quellen:

  1. https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/bienenkunde/informationsmaterial/asiatische-hornisse-jetzt-auch-in-norddeutschland-nachgewiesen-189182.html, besucht am 5.9.2022
  2. https://www.neobiota-nord.de/de/ahlert-nord/, besucht am 5.9.2022
  3. https://www.hamburg.de/asiatische-hornisse/, besucht am 5.9.2022

KI kann Bienen schützen

Ein interdisziplinäres Studierendenteam an der Universität Hamburg hat die Grundlage und einen Prototypen zur automatisierten akustischen Überwachung von Bienenvölkern entwickelt.

Künstliche Intelligenz (KI) kann vieles. Auch Bienen schützen? Ja klar! – dachte sich ein interdisziplinäres Studierendenteam an der Universität Hamburg und hat im Rahmen des Seminars „Digital Innovation Lab“ (Sommersemester 2022) die Grundlage und einen Prototypen für ein System zur automatisierten akustischen Überwachung entwickelt. Ziel und Motivation war, die Stärke des Varroamilben-Befalls eines Bienenvolkes anhand der Geräusche des Bienenvolkes zu bestimmen. Dieses Ziel haben die Studierenden zwar nicht ganz erreicht, aber dennoch ist ein sehr beeindruckender Prototyp entstanden.

Prototyp zur akustischen Überwachung eines Bienenvolkes (Bild des Projektes)

Ein Mikrocontroller (Arduino), angetrieben durch Solarstrom, zeichnet die Geräusche der Bienen auf und untersucht sie mit einem Machine-Learning-Modell. D.h. die Untersuchung findet direkt auf dem Gerät statt. Da es leider (noch) keine Datenbanken mit Geräuschen von Bienen mit Milbenbefall gibt, konnten die Studierenden ihr Modell nur auf die Unterscheidung von Umgebungsgeräuschen und Geräuschen von Bienen trainieren – was sehr gut funktioniert hat. Das Modell muss also nur noch lernen, wie eine Biene mit Milbenbefall klingt.

Architektur des Prototypen (Bild des Projektes)

Und wäre es nicht toll, wenn dieses System uns über die Schwarmlust bzw. Schwarmbereitschaft unserer Bienenvölker frühzeitig informieren könnte?

Das Projekt bzw. der Prototyp sind übrigens OpenSource, d.h. jeder ist eingeladen, den Prototyp auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Wer Lust hat, findet unter dem folgenden Link weiter Informationen zum Projekt bzw. Prototyp:

https://github.com/kevinkrs/acoustic-bee-classifier-arduino

Ein Interview mit zwei der vier Einwickler:innen finden Sie hier:

https://www.uni-hamburg.de/newsroom/campus/2022/0727-coworking-startup-bienen.html

Die engagierten Entwickler:innen sind übrigens: Alexia Geoffrion, Nabil Basharat, Tobias Bartsch, Kevin Kraus. 🙂

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