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Hummeln, die besseren Bienen?

Hummel - Lizenz des Bildes: CC0

Hummel – Lizenz des Bildes: CC0

Hummeln, sind viel früher im Jahr aktiv. Sie fliegen am Tag viel länger und besuchen viel mehr Blüten. Hummeln werden von Gärtnern und Obstbauern eingesetzt, sogar in Gewächshäusern. Sind Hummeln für die Natur besser als unsere Honigbienen?

Hier eine Dokumentation von ARTE aus dem Jahr 2016 veröffentlicht auf Youtube:

Was meint Ihr? Sind Hummeln die besseren Bienen?

Wildbienen auf der Spur

Das Projekt „BienenReich Schleswig-Holstein“ ist auf der Spur von Mauerbiene, Sandbiene und Co. Davon konnte Dipl.- Biol. Norbert Voigt uns auf der Jahreshauptversammlung 2017 überzeugen.

Wussten Sie, dass ..

  • .. weltweit mehr als 300.000 Wildbienenarten  an der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen beteiligt sind?
  • .. es ohne Fliegen keinen Kakao und keine Schokolade – ohne Bienen weniger Obst und Gemüse geben würde?

In Deutschland leben ca. 560 Wildbienenarten, in Schleswig-Holstein 296. Zum Vergleich: in Baden-Württemberg 429.

Wildbienenarten in Schleswig-Holstein

Wildbienenarten in Schleswig-Holstein

Leider sind die verschiedenen Wildbienenarten teilweise stark vom Aussterben bedroht.

Gefährdete Wildbienenarten

Gefährdete Wildbienenarten

Das liegt u.a. daran, dass Wildbienen meist auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und damit extrem abhängig vom Vorhandensein der entsprechenden Pflanze sind. Ist die Pflanze weg, stirbt auch die Wildbiene.

Wirtspflanzengattungen hoWirtspflanzengattungen spezialisierter Wildbienen

Wirtspflanzengattungen hochspezialisierter Wildbienen

Hinzu kommt, dass Wildbienen meist nur wenige hundert Meter zwischen Nist- und Nahrungsplatz zurücklegen (Ausnahme: Hummeln und einige andere größere Arten). D.h. größere Distanzen zwischen Nahrungs- und Nistplätzen führen zu geringerer Reproduktion, stärkerer Parasitierung, etc. Die räumliche Vernetzung von Nist- und Nahrungslebensräumen ist daher von entscheidender Bedeutung!

Förderung von Nistmöglichkeiten im Siedlungsraum

Bei der Förderung von Nistmöglichkeiten für die Wildbienen gilt: Erhalt vorhandener Nistlebensräume (alte Bäume, Totholz, Ruderalstellen) ist viel wichter als neue anzulegen. Sie könnten:

  • Offenbodenbereichen im Garten zu lassen,
  • Trockenbeete, Steingärten etc. im Garten anlegen,
  • Totholz nach Möglichkeit nicht aus dem Garten entfernen und
  • ggf. dann eben doch künstliche Nisthilfen schaffen.

Künstliche Nisthilfen

Beim Bau von künstlichen Nisthilfen sollten sie Folgendes beachten:

  • Bohrlöcher müssen zwischen 3 und 10 mm im Durchmesser sein.
  • Als Holz sollte Laubholz / Hartholz insbesondere von Buche, Eiche oder Obsthölzern verwendet werden.
  • Beim Aufhängen / Aufstellen von Nisthilfen ist die Himmelsrichtung wichtig. Ausrichtung muss nach Süden, Südost erfolgen. Nisthilfen sollten sonnenbeschienen sein.
  • Günstig ist auch ein guter Regenschutz (z.B. unter einem Dachüberstand an einer Haus- oder Schuppenwand).
  • Materialien (Auswahl):
    • Holzklötze / abgelagertes Holz von Laubbäumen
    • Bambusstäbe, markhaltige oder hohle Stängel aus dem Garten (Holunder, Königskerze, Brombeere, …)
    • Bündel von Schilfhalmen

Pflanzen

Neben der Nisthilfe brauchen Wildbienen natürlich auch „ihre“ Pflanzen. Hier können Sie z.B. Staudenbeete anlegen, die für Wildbienen wichtige Pollen- und Nektarquellen darstellen:

  • Glockenblumen
  • verschiedenste Korbblütler wie Habichtskräuter, Bitterkraut, Ferkelkraut, Telekie, Alant, Disteln, Flockenblumen, Wegwarte
  • Schmetterlingsblütler wie Klee, Hornklee, Hauhechel, Platterbsen
  • Lippenblütler wie Ziest, Salbei, Thymian, Taubnessel
  • Rauhblattgewächse wie Natternkopf, Borretsch, Lungenkraut, Beinwell
  • Kardengewächse wie Knautie, Karde, Taubenskabiose
  • Malvengewächse wie Malve, Eibisch, Stockrose
  • weitere wie Krokus, Hahnenfuß, Lerchensporn, Resede, Schlüsselblume, …

Auch Sträucher und Bäume bieten Wildbienen viel:

  • Obstgehölze wie Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, …
  • Beerensträucher wie Johannisbeere, (auch Zierjohannisbeere), Stachelbeere, Brombeere, Himbeere
  • Schlehe und Weißdorn
  • Feldahorn, Kornelkirsche
  • Wildrosen
  • Weiden
  • Linde

BienenReich Schleswig-Holstein

Als Imkerverein Uetersen und Umgebung bedanken wir uns rechtherzlich bei Nobert Voigt vom Projekt „BienenReich Schleswig-Holstein“ für seinen engagierten und sehr kurzweiligen Vortrag zur Wildbiene.

Wenn Sie Interesse an dem Thema „Wildbienen“ haben: Das Projekt „BienenReich Schleswig-Holstein“ bietet auch Seminare, Vorträge und Infostände für Waldpädagogen, Natur- und Landschaftsführer, Schutzgebietsbetreuer, Akteure der Umweltbildung, Naturschützer, Imker, Lehrkräfte und Kita-Mitarbeiter-Innen, Teilnehmer aus den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, … und am Thema Interessierte an. Weitere Schwerpunkte sind auch Veranstaltungen für und mit Schulklassen, Kindern und Jugendlichen, sowie die Bereitstellung von Bienenforschersets und weiteren Materialien.

Details auf der Internetseite mit Terminen und Projekt-informationen: www.bienenreich-sh.de

Quelle

Die Informationen dieses Beitrages stammen aus den Folien des Vortrages von Dipl.- Biol. Norbert Voigt, gehalten am 12.02.2017 auf der Jahreshauptversammlung 2017 des Imkervereins Uetersen und Umgebung.

Hummeln können Fußball spielen

Hummel auf Blüte

Hummel – Lizenz des Bildes: CC0

.. melden:

und beziehen sich dabei auf einen Artikel von britischen Wissenschaftlern der Queen Mary University of London im Fachmagazin „Science“.

Mit diesem eher verrückt klingenden Experiment wollten die Forscher herausfinden, wie lern- und anpassungsfähig die Insekten tatsächlich sind. Für das Experiment wurde zunächst einigen Hummeln beigebracht, einen gelben Ball in ein Loch zu rollen. Gelang dies, erhielten sie dort eine Zuckerlösung. Hummeln, die diese Aufgabe gelernt hatten, dienten im weiteren Verlauf der Studie als Lehrer für andere Hummeln. Durch dieses Vorgehen sollte auch getestet werden, wie stark soziales Lernen bei den Tieren ausgeprägt ist.

Das Ergebis: Die Hummeln haben deutlich mehr Lern- und Anpassungsfähigkeit gezeigt, als es sonst in ihrer Umgebung für sie notwendig ist. So sagt Projektleiter Lars Chittka: „Ihre kleinen Gehirne schränken Insekten nicht so ein, dass sie nur eine simple Lernfähigkeit zeigen oder ihr Verhalten nicht anpassen können.“ Das gelte jedenfalls dann, wenn ihre Lebensumstände diese Fähigkeiten und Anpassungen von ihnen erfordern.

Na dann: Hummeln vor, noch ein Tor. 🙂